Kategorie: Autismus

  • Stellungnahme Autistische Kinder und Jugendliche in der Schule unterstützen

    Die Ständige Wissenschaftliche Kommission (SWK) der Kultusministerkonferenz hat eine Stellungnahme zur Situation autistischer junger Menschen im deutschen Schulsystem veröffentlicht.

    Nach einer umfangreichen Auswertung der aktuellen Forschungslage kommt die SWK zu dem Schluss:

    „Die Situationsanalyse der Kommission zeigt, dass autistische Schüler trotz vielfältiger Bemühungen der Länder oftmals kein Lernumfeld vorfinden, das ihren individuellen Bedürfnissen gerecht wird.“

    Sie erkennt auch, dass Präsenzunterricht für autistische Schüler*innen nicht immer eine Option ist:

    „Zahlen aus einigen Ländern weisen darauf hin, dass es einen Anteil von autistischen Schüler:innen gibt, die nur im Rahmen verkürzter Unterrichtszeiten oder mit zeitweilig befristetem Distanzunterricht erreicht werden können.“ (S. 47)

    Obwohl die Empfehlungen sehr vorsichtig formuliert sind, und den Anspruch haben, die Schulpflicht nicht insgesamt in Frage zu stellen, wird doch deutlich, dass die Kommission einen Teil des Problems erkannt hat, der bei der Präsenzbeschulung autistischer Kinder auftreten kann, zumal in einem Schulsystem, das eigentlich keinen Raum für sie vorsieht. So heißt es auf Seite 45:

    „Eine flexible Beschulung oder sogar die vollständig häusliche Unterrichtung wird international häufig als Entlastungsmöglichkeit für autistische Schüler:innen genutzt, wenn der Schulbesuch aufgrund sensorischer oder kommunikativer Überlastung und/oder psychischer Beeinträchtigungen zeitweilig nicht regelmäßig möglich ist.“

  • 11 Tage Unterricht im Jahr

    Die TAZ hat einen Artikel über das Thema Autismus, Schulbegleitung und Ausschluss vom Unterricht veröffentlicht. Die Erfahrungen der siebenjährigen Mathilda dürften vielen autistischen Kindern bekannt vorkommen.

    Unter anderem beleuchtet der Artikel, dass Eltern autistischer Kinder bereits in dem bestehenden System oft keine andere Wahl haben, als ihre Lohnarbeit teilweise aufzugeben, um die Inklusionsarbeit zu leisten, die das Schulsystem versäumt:

    „Matildas Mutter muss ihr Leben umkrempeln: Ihren Job kann sie seit Monaten nicht mehr ausüben. Stattdessen ist sie Mutter und Lehrerin in einem, übt mit Matilda zu Hause Lesen, Schreiben und Rechnen.“

    Die Schulpflicht sorgt zusätzlich dafür, dass die Familien ständigem Druck durch Schulen und Ämter ausgesetzt sind, und mit Pathologisierung der Kinder und Strafen rechnen müssen. Demgegenüber würde eine Aufhebung der Schulpflicht zumindest einen Raum zum Durchatmen und einen planbaren Rahmen geben, in dem Familien in Zusammenarbeit mit Schulen individuelle Lösungen finden, ohne Angst vor Kriminalisierung und Ausgrenzung.

  • Faul oder krank? Das steckt hinter PDA-Autismus

    In diesem Beitrag vom 23.06.2026 beleuchtet die Sendung Nano das Phänomen des Schulabsentismus bei autistischen Kindern mit PDA-Profil.

    Ein Auszug aus der Beschreibung:

    „Warum werden für manche Kinder selbst alltägliche Dinge zur unüberwindbaren Hürde? Der achtjährige Sohn von Vanessa gerät schon bei scheinbar einfachen Anforderungen in extremen Stress. Hinter den heftigen Reaktionen steckt ein bislang wenig bekanntes Profil im Autismus-Spektrum, das Familien vor enorme Herausforderungen stellt. Während Eltern und Fachleute nach Lösungen suchen, geraten viele Betroffene zwischen ihre Bedürfnisse und die Anforderungen des Schulsystems.“

  • Can’t not won’t

    Eliza Fricker hat ihre Erfahrungen mit ihrer eigenen Tochter in Form eines illustrierten Buches festgehalten.

    Eliza Fricker. 2023. Can’t not won’t. A story about a child who couldn’t go to school. Jessica Kingsley Publishers.