Die Ständige Wissenschaftliche Kommission (SWK) der Kultusministerkonferenz hat eine Stellungnahme zur Situation autistischer junger Menschen im deutschen Schulsystem veröffentlicht.
Nach einer umfangreichen Auswertung der aktuellen Forschungslage kommt die SWK zu dem Schluss:
„Die Situationsanalyse der Kommission zeigt, dass autistische Schüler trotz vielfältiger Bemühungen der Länder oftmals kein Lernumfeld vorfinden, das ihren individuellen Bedürfnissen gerecht wird.“
Sie erkennt auch, dass Präsenzunterricht für autistische Schüler*innen nicht immer eine Option ist:
„Zahlen aus einigen Ländern weisen darauf hin, dass es einen Anteil von autistischen Schüler:innen gibt, die nur im Rahmen verkürzter Unterrichtszeiten oder mit zeitweilig befristetem Distanzunterricht erreicht werden können.“ (S. 47)
Obwohl die Empfehlungen sehr vorsichtig formuliert sind, und den Anspruch haben, die Schulpflicht nicht insgesamt in Frage zu stellen, wird doch deutlich, dass die Kommission einen Teil des Problems erkannt hat, der bei der Präsenzbeschulung autistischer Kinder auftreten kann, zumal in einem Schulsystem, das eigentlich keinen Raum für sie vorsieht. So heißt es auf Seite 45:
„Eine flexible Beschulung oder sogar die vollständig häusliche Unterrichtung wird international häufig als Entlastungsmöglichkeit für autistische Schüler:innen genutzt, wenn der Schulbesuch aufgrund sensorischer oder kommunikativer Überlastung und/oder psychischer Beeinträchtigungen zeitweilig nicht regelmäßig möglich ist.“

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